| Periodikum 13 | Akupressur Teil 1 Periodikum 14 | Oben leicht - unten fest | Mudras Teil 1 Periodikum 15 | Jing und Song | Akupressur Teil 2 | Mudras Teil 2 Periodikum 16 | Informationsarchitektur Die verschiedenen Artikel der einzelen Ausgaben des Periodikums können sie alle anklicken. Periodikum 13 Akupressur Teil 1, Einführung von Gerhard Luger Die Energie zirkuliert ständig im Körper in einem System von Energiebahnen (Meridianen), welche an bestimmten Stellen an die Oberfläche kommen. Über diese Punkte kann man sehr gut Einfluß auf den Energiestrom nehmen. Dies macht sich z.B. die Akupunktur und auch die Akupressur zunutze. Während die Akupunktur nur von hierfür speziell ausgebildeten Personen gemacht werden darf, ist die Akupressur ein sehr wirkungsvolles Mittel für Jedermann und Jederfrau. Aber auch da sollte man wissen, was man tut. Niemals direkt bei offenen Wunden, frischen Narben, Verbrennungen, Hautausschlägen und an Ge-schwüren. Bei Schwangeren gibt es hervorragende Einflusspunkte für eine harmonische Schwangerschaft, aber auch Punkte, die während dieser Zeit nicht massiert werden dürfen. Daher bitte genaue Informationen einholen. Bei Blutern oder Personen, die Blutverdünnungsmittel nehmen müssen, würde ich nur bei den Qigongübungen bleiben und die Selbstmassage unterlassen. Ansonsten ist Akupressur eine sehr, sehr wirkungsvolle Ergänzung zu den Übungen. Ich begebe mich zuerst einmal systematisch auf die Suche nach energetischen Blockaden. Von unserem Energiezentrum im Unterbauch (Dantian) fließt die Energie nach hinten durch das "Tor des Lebens" (Mingmen). Wenn das "Tor des Lebens", sozusagen der Haupthahn nicht richtig geöffnet ist, wenn schon hier die Energie nicht richtig fließt, kann es zu verschiedensten Problemen in sämtlichen Körperbereichen kommen. Aus mehreren Gründen suche und massiere ich die Blockade fast immer über Fernpunkte. Die Behandlung über den Fernpunkt ist wesentlich wirkungsvoller, als wenn ich direkt an der Problemzone arbeite, was ich ja oft auch gar nicht darf (Einleitung). Der Fernpunkt für das "Tor des Lebens" ist am Handrücken, Extrapunkt 18, Lumbagopunkt (Lumbago = Hexenschuß). Dieser Punkt ist leicht zu finden. Am Handrücken zwischen Zeige- und Mittelfinger bis in etwa Handteller-Mitte streichen, dann wird eine Knochenerhebung spürbar. Vor diesem Knochen in dem Grübchen sitzt der Fernpunkt für den Lendenbereich. Wenn dieser Punkt druckempfindlich ist, dann sind wir "fündig" geworden, das heißt, wir haben eine energetische Blockade gefunden. Mit dem Gewicht des Oberkörpers wird jetzt über die Fingerkuppe auf diesen Punkt Druck ausgeübt und an Ort und Stelle hin und herbewegt. Die Dauer beträgt ca. 3 - 10 Minuten je Hand - immer beide Hände massieren. Wenn der Druckschmerz nachlässt, dann wird auch in der Problemzone sofort eine wesentliche Verbesserung spürbar werden. Die nächste heiße Adresse findet man an der Oberseite des Unterarms, der Fernpunkt für den großen Halswirbel (Dazhui). Es ist der 5. Punkt am Dreifach-Erwärmer-Meridian. Bei diesem 3E5 (Äußeres Passtor) hat man es also wieder mit einem Tor zu tun. Fließt hier die Energie nicht im ausreichenden Maße, kommt es zu Verspannungen im Schultergürtelbereich, Nackenschmerzen, Nackenstarre, Kopfschmerzen, also alles bekannte Sachen. Dieser Punkt liegt 3 eigene (!) Querfinger von der Handgelenksfalte Richtung Schulter in der Mitte zwischen Elle und Speiche. Über diesem tiefliegenden Punkt befinden sich noch Sehnen und Muskeln, daher sachte beginnen, sodass sich die Muskeln nicht verhärten, dann den Druck wieder steigern. Wiederum solange pressieren, bis der Druckschmerz nachlässt. Auch hier ist eine sofortige Besserung in der Problemzone spürbar. Sind diese beiden Punkte saniert, so ist die Hauptbahn freigelegt und viele Probleme sind verschwunden. Noch ein Tip: Massieren sie sich mit ihrem Partner gegenseitig, es ist viel wirkungsvoller, an sich selbst fehlt es dann doch oft an der Konsequenz. Außerdem ist es wunderschön, dem Partner echt helfen zu können. Einfach ausprobieren! Gerhard Luger zurück nach oben | zurück | HOME Periodikum 14 Oben leicht – Unten fest von Mag. N. Herwegh Ein Grundprinzip im Qigong Qigong, die Arbeit am Qi und mit dem Qi, lässt sich in 3 Aspekte unterteilen, die in der Literatur beschrieben und übersetzt werden mit: "Drei Mittel / drei Wege, das Ziel im Qigong zu erreichen". Es handelt sich hierbei um die Aspekte TIAO SHEN, TIAO XI, TIAO XIN Mit TIAO SHEN wird die Arbeit am und mit unserem Körper im Sinne einer Regulierung und Harmonisierung körperlicher Funktionen beschrieben. TIAO XI bezieht sich auf Regulierung und Harmonisierung der Atmung, also die Arbeit an und mit der Atmung. Schließlich bezieht sich der Aspekt TIAO XIN auf die geistige Arbeit im Qigong. Alle 3 Aspekte stehen für unseren Weg im Qigong, in dem sie die einzelnen Schritte auf diesem Weg genau beschreiben und uns Anweisungen geben, wie die Arbeit zu tun oder nicht zu tun ist. Es gibt bekanntlich sehr unterschiedliche Qigong-Schulen in China wie hier im Westen und eine kaum überschaubare Vielfalt von Qigong-Übungen. Wie auch immer wir diesen Qigong-Weg gehen, wie auch immer unser Ziel, das wir auf diesem Wege erreichen wollen, aussehen mag, es lassen sich dennoch einige wichtige übergeordnete Prinzipien der Arbeit am und mit dem Qi herausarbeiten, die allen Schulen und Lehrrichtungen gemein sind. In diesem Beitrag möchte ich auf ein Prinzip des Qigong-Aspektes TIAO SHEN eingehen: OBEN LEICHT - UNTEN FEST. Dieses Prinzip stellt gewissermaßen die Basis im Qigong dar. Am Anfang unserer Qigong-Praxis wird sich diese Arbeit am und mit unserem Körper, mit unserer Körperlichkeit, in einer Regulierung unserer körperlichen Haltung auswirken, die sich später dann zu einer Harmonisierung des Körpers hin entwickelt mit der Folge, dass sich das Qi frei und unbehindert bewegen kann. Was ist unter OBEN, was unter UNTEN zu verstehen? Kann unser Körper getrennt betrachtet und interpretiert werden? In der Tat ist das Zwerchfell eine Trennungslinie in unserem Körper so dass oberhalb des Zwerchfells mit OBEN und unterhalb des Zwerchfells mit UNTEN bezeichnet werden kann. Natürlich ist hierunter keine körperliche Zerteilung zu verstehen, wir bleiben im körperlichen Aspekt ein Individuum. Energetisch gesehen lassen sich jedoch unterschiedliche Bereiche abgrenzen, ähnlich den Unterteilungen in unterem, mittlerem und oberem DANTIAN oder entsprechend dem Einteilungsschema des dreifachen Erwärmers (3 E, 3 Abteilungen der Leibeshöhle / SAN JIAO) wie auch entsprechend der unterschiedlichen energetischen Schwingungen in den einzelnen Chakren, um nur einige Beispiele zu nennen. OBEN umfasst also den Bereich vom Kopf bis zum Zwerchfell, einschließlich der entsprechenden Bereiche der Wirbelsäule (Halswirbelsäule und obere Brustwirbelsäule bis etwa zum 7. Brustwirbel), die Schultern, das Brustbein sowie die inneren Organe Herz und Lunge. OBEN LEICHT bedeutet daher, dass die Brust frei ist, dass das Zwerchfell frei beweglich und entspannt ist, dass kein Füllezustand in der Brust besteht der die Atmung beeinträchtigen könnte. Die Kehle ist dann ebenfalls frei und die Zunge, obwohl sie den Gaumen berührt, wird locker und gelöst sein. Die Atmung entwickelt sich in einem solchen Zustand leicht, frei und kaum hörbar. Dazu gehört auch eine aufgerichtete Wirbelsäule, die sich selbst trägt, wobei der Kopf und die Halswirbelsäule nicht nach vorne oder nach hinten zeigen. Der Brustbereich ist auch nur dann frei, wenn das Brustbein und mit ihm KG 17 / TANZHONG sowie die obere Brustwirbelsäule aufgerichtet sind (etwa im Sinne von Brust heraus, Bauch hinein, aber dennoch gelöst, nicht starr und fixiert gehalten). In dieser Haltung können die inneren Organe Herz und Lunge ihren Platz finden bzw. einnehmen. Gerade hier, im vom Atemrhythmus und dem Herzrhythmus geprägten Bereich des oberen 3 E (der Leibeshöhle oberhalb des Zwerchfells) ist OBEN LEICHT ( …und frei beweglich…) die Grundvoraussetzung für freies und harmonisches Fließen von Qi. Kommen wir nun zu UNTEN FEST. Hier müssen wir aufpassen, um die Polarität OBEN LEICHT - UNTEN FEST nicht in Dualismus, in Gegensatz, abrutschen zu lassen! Es geht in der Tat NICHT darum, einen besonders guten, festen Stand zu finden, möglichst tief und breit zu stehen wie beispielsweise ein Fels. Dies wäre eine nur scheinbare Stabilitätsvermittlung, da wir ja kein anorganischer Fels sind! Aber wie schnell kommen wir durch falsche Stabilisierungsversuche in die Starre, so als wären wir einbetoniert. Das kann mit UNTEN FEST nicht gemeint sein. Es geht im Qigong bei UNTEN FEST um das Prinzip des VERWURZELNS, ein Prozess, der insbesondere am Anfang unserer Qigong-Praxis sehr wichtig ist. Verwurzeln bedeutet, verbunden zu sein mit der Erde und nach und nach die Gewissheit zu erlangen, dass wir selbst Teil der Erde sind, dass wir nicht getrennt sind von der Erde. Durch Verwurzeln erlangen wir aber auch einen gewissen Schutz vor allzu heftigem Aufsteigen von Qi aus der Erde. Verwurzeln kann nicht so gelernt werden, wie wir den Ablauf einer Qigong-Übung einstudieren, es kann sich nur wie beim Üben des Qigong nach und nach einstellen, so wie Wurzeln wachsen. Hilfreich sind hierbei zunächst körperliche Aspekte beim Üben wie z.B.: " Stehen mit sich berührenden Fersen, die Zehen sind dabei etwa faustbreit auseinander (so genannte 2. Position des Stehens) " Beim schulterbreiten Stehen sollen die Zehen etwas in die Erde, den Boden "hineingekrallt" sein, damit sich die Sohle etwas nach oben wölbt (Zehen in die Erde hinein richten) " Insgesamt sollten die Knie beim Stehen leicht gebeugt sein (Türangelfunktion) " KG 1 / HUIYIN schließen, auch das Erdentor schließen (den Bereich von KG 1 bis LG1 zusammenziehen) " Pobacken anspannen ohne zu verspannen. Wir können und müssen diesen Prozess des Verwurzelns gedanklich weiter unterstützen, indem wir zunächst unsere Konzentration nach unten richten, in die Fußsohlen hinein zu Niere 1 / YONGCHUAN / "sprudelnde Quelle". Dabei ist es wichtig, nicht zu breit zu stehen, aber auch nicht zu schmal. Wie immer ist es auch hierbei richtig, seinen eigenen Stand zu finden, seinen eigenen Platz einzunehmen. Die anfängliche Konzentration (das nach unten denken) auf Haltung, Ausrichtung des Körpers, Fußstellung etc. wird nach und nach abgelöst durch das "Richten der Aufmerksamkeit / YI" nach innen, in unseren Körper hinein und nach unten (insbesondere auf den unteren Dantian), so dass eine neue Körperwahrnehmung entsteht. Diese Entwicklung kann beispielsweise gefördert werden durch die Vorstellung eines Baumes, der oben in den Ästen und dem Blattwerk leicht ist und vom Wind bewegt wird und gleichzeitig durch seine tief in die Erde hinunter reichenden, kräftig gewachsenen Wurzeln sogar bei Sturm unten fest ist. Nach und nach werden sich Bilder ganz von selbst entwickeln, werden Bilder aus tieferen Schichten unserer Psyche auftauchen, wenn wir nach innen schauen, nach unten schauen, wenn wir unsere Aufmerksamkeit in unseren Körper hinein richten. Solche Bilder kommen letztlich nicht aus dem Tagesbewusstsein, wo rationales Denken vorherrscht und Abwehrhaltungen aufgebaut werden können ("Ich bin doch kein Baum!") sondern aus dem so genannten Traumbewusstsein, das nicht mental gesteuert wird. Dieses Traumbewusstsein entwickelt sich vielmehr aus unbewussten Bereichen unserer eigenen Psyche wie auch aus dem "kollektiven Unbewussten" (nach C. G. Jung), worunter die tiefste unbewusste Schicht der menschlichen Psyche zu verstehen ist. So wie C.G.Jung den Prozess der "Individuation", die Entwicklung zum vollständigen, nicht in die Bereiche des Bewusstseins und Bereiche des Unbewussten getrennten Menschen beschreibt, entwickeln wir uns auf dem Qigong-Weg zum "wahren Menschen"/ ZHEN REN, der eine Einheit ist im körperlichen, emotionalen, mentalen und auch spirituellen Bereich. In der TCM wie auch im Qigong ist das Traumbewusstsein dem Element Erde und damit dem Magen-Milz-Pankreas-Funktionskreis zugeordnet. Darüber hinaus wird YI, die der Milz zugeordnete Aufmerksamkeit, die im Qigong nach innen in unseren Körper hineingerichtet wird (oben leicht - unten fest) nach und nach unsere ureigene Intuition entfalten und weiterentwickeln lassen ("aus dem Bauch heraus", aus dem Funktionskreis Erde). Damit wird sich ein Spüren, Wahrnehmen und Fühlen entwickeln, DASS wir verwurzelt sind und WIE wir verwurzelt sind. Aus der anfänglichen Vorstellung von Bildern wird nach und nach ein intuitives Aufsteigen von Bildern resultieren: "Ich spüre und fühle mich wie ein Baum, der oben leicht ist und vom Wind bewegt wird, gleichzeitig geben mir meine Wurzeln festen Halt". Der Inhalt dieses Satzes kann von der Ratio nicht mehr widerlegt werden, da er dem Bereich der Intuition entstammt und daher anderen Bedingungen gehorcht. So erreichen wir durch die Inhalte des Grundprinzips OBEN LEICHT - UNTEN FEST ein Einssein mit den Energien von Himmel und Erde, mit dem gesamten Kosmos. Dadurch erreichen wir eine Harmonisierung des Qiflusses durch die Arbeit am und mit dem Qi unseres Körpers, als einem Aspekt des Qigong. zurück nach oben | zurück | HOME Mudras Teil 1, von Dr. Gerhard Wenzel MUDRA (weiblich; die Mudra) ist ein Sanskritwort und bedeutet wörtlich übersetzt: SIEGEL. Das Wort gewann aber nach und nach immer mehr Bedeutungen: Geste, Symbol oder letztlich "mystische Stellung der Finger und Hände". Das Wort ist also die Bezeichnung einer bestimmten Finger- bzw. Handstellung von mystisch - magischer Bedeutung. Eine bestimmte Hand / Fingerhaltung, bewußt und mit nach innen gerichteter Aufmerksamkeit eingenommen, stellt einerseits einen bestimmten Bewußtseinszustand, Bewußtseinsvorgänge oder Meditationsinhalte bildhaft dar, führt aber ihrerseits, wenn regelmäßig und bewußt geübt, zu eben diesen Bewußtseinszuständen. Bei allen Völkern werden die Hände als wichtige Zentren psychischer Kraft angesehen. Sind die Handteller nach oben gerichtet, so wird über die Innenhand eine Beziehung zu etwas hergestellt, was über uns hinausgeht. Weisen zusätzlich diese nach oben gerichteten Hände auch leicht zum eigenen Körper, so deutet dies auf Innenschau und Bewusstwerdung hin. Sind die Handinnenflächen hingegen nach außen, weg vom eigenen Körper gerichtet,, so deutet dies auf eine Beziehung zum anderen, wie es z.B. in der Darstellung der "Geste der Unterweisung" gegeben ist. Die spirituelle Bedeutung der MUDRAS fand ihren höchsten Ausdruck im religiösen indischen Tanz. Hier liegt vermutlich auch der Ursprung der MUDRAS. Stellung und Bewegung von Fingern und Händen übernehmen die Bedeutung des gesprochenen Wortes, alle Empfindungen können damit ausgedrückt werden. Und auch das UNSAGBARE kann damit symbolhaft dargestellt werden. Besonders in der Bildgestaltung des Buddhismus nehmen MUDRAS einen besonderen Raum ein: Neben der bekannten Geste der "Erdberührung" (Bhumisparsha-Mudra, auch: Mudra der Zeugenanrufung, "Erleuchtungsgeste",) sind weitere 5 MUDRAS für den Erleuchtungsweg des historischen Buddha von Bedeutung. Im Hinduismus, der zweiten Quelle der MUDRAS, sind die Gesten und Haltungen Ausdruck des Tanzes des Universums in der Darstellung des SHIVA NATARAJA / "König des Tanzes". Westliche Forscher wie HEAD, GLASER u.a. haben in der 1.Hälfte des vorigen Jahrhunderts begonnen, den Niederschlag bestimmter psychischer Zustände in Körperhaltung und Körperausdruck zu beschreiben. Nachkommende Therapeuten sahen die Möglichkeit, über bestimmte Körperhaltungen und Körperstellungen bestimmte Bewußtseinszustände auszulösen und so den Patienten zum Erleben seiner verdrängten Emotionen zu bringen. Die Erkenntnis, daß bestimmte Bewegungen und Körperhaltungen sowie MUDRAS starken Einfluß auf die Psyche und die Erlebnisfähigkeit der Menschen haben, ist im Westen relativ neues Gedankengut, im tantrischen Yoga des Hinduismus und Buddhismus seit langer Zeit genauso bekannt wie auch im QIGONG. Überhaupt beruht ein großer Teil der Wirksamkeit von QIGONG gerade darauf, daß der Einfluß von Körperhaltung und bestimmten Bewegungen (gepaart mit Achtsamkeit auf das eigene Tun und aufmerksamer Atmung) großen Einfluß auf die Psyche des Übenden haben. Besonders das unbewegte QIGONG, das NEIGONG legt besonderen Wert auf die unterschiedlichen Finger- u. Handhaltungen. Der Körper wird gleichsam zum Instrument, das fähig ist, verschiedene Melodien zu spielen. Für das UNBEWEGTE QIGONG ist es von besonderer Bedeutung, daß gerade Hände und Finger, die "Werkzeuge des Tagesbewußtseins" , benutzt werden, um durch die MUDRAS einen kontemplativen Zustand herbeizuführen. Für das meditative Üben sind neben der wichtigen DHYANIMUDRA / Geste der Meditation vor allem die verschiedenen Stellungen von Daumen und Finger von Bedeutung. 1. DHYANIMUDRA / GESTE DER MEDITATION: Beide Hände ruhen in der Sitzmeditation so vor DANTIAN, daß die Hände eine Schale bilden, wobei eine Hand (meist die linke ) von unten die andere gleichsam stützt, und sich die Daumenspitzen sanft berühren; INNERER LAOGONG schaut zum Himmel. Diese Geste symbolisiert den tiefsten Meditationszustand, sog. SAMADHI, in welchem nach und nach das diskursive Denken aufhört und das Bewußtsein von ALLEINHEIT sich entfaltet. Mit dieser Mudra soll Buddha vor seiner Erleuchtung 4 Wochen lang unbewegt unter einem Boddhibaum gesessen sein, im Zustand tiefster Versenkung. 2. MITTAG - MITTERNACHT: Eine der Dhyanimudra verwandte Handhaltung für die sitzende Meditation; bei dieser Geste drückt der Daumen der einen Hand (bei Frauen der linke, bei Männern der rechte) den Fußpunkt des 4. Fingers der anderen Hand (- dieser Punkt heißt "Punkt des Geistes / SHEN" und soll, wenn gedrückt, helfen, den Geist in der Meditation ruhig zu halten-), während der Mittelfinger derselben Hand den äußeren LAOGONG / Mitte des Handrückens der anderen Hand leicht berührt. Die Finger der gedrückten Hand umschließen sanft den drückenden Daumen, wobei Daumen und Mittelfinger einen Ring bilden. Für die stille Qigong - Praxis gilt, daß die Hände nach der Tages- bzw. Nachtzeit jeweils verschieden gehalten werden: bis Sonnenaufgang sind die beiden Hände so gedreht, daß der innere LAOGONG zur Erde, nach unten schaut. Dann drehen sich die Hände immer mehr, so daß zu Mittag der innere LAOGONG zum Himmel schaut, danach drehen sich die Hände wieder mehr und mehr zurück, bis die Nachtposition wieder eingenommen ist, d.h.: beide Handinnenflächen schauen zur Erde. zurück nach oben | zurück | HOME Periodikum 15 Jing und Song von Mag. N. Herwegh Ein polares Grundprinzip im Qigong Der folgende Beitrag ist als Fortsetzung des Artikels "OBEN LEICHT - UNTEN FEST, ein Grundprinzip im Qigong" entstanden [vgl. Periodikum Nr. 14 / 2003]. Wie in diesem ersten Artikel ausgeführt, handelt es sich bei "OBEN LEICHT - UNTEN FEST" um die Basis der Qigong-Praxis, da Körperhaltung, Körperwahrnehmung und Körperbewegungen in dieser ganz besonderen, qigongspezifischen Art und Weise reguliert und nach und nach harmonisiert werden. Ziel dieser Körperarbeit im Qigong ist die Aufrechterhaltung eines freien und ungehinderten Qiflusses um körperliches und geistig-seelisches, also ganzheitliches Wohlbefinden und Gesundheit zu erreichen. Da wir aber nicht nur - in unserer Beziehung zur Außenwelt - an Funktionsuntüchtigkeiten unseres Körpers sondern auch an unserem Wesen - in unserer Beziehung zur eigenen Innenwelt - leiden können, ist die Harmonisierung unseres Körpers und unserer Lebensenergie darüber hinaus auch die Basis für unser Heilwerden, d.h., dass wir Eins werden mit unserem Körper und mit unserem Wesen und allen kosmischen Kräften. Das hier nun darzustellende zweite Grundprinzip im Qigong, JING-SONG, steht gleichberechtigt neben dem Grundprinzip OBEN LEICHT - UNTEN FEST. Beide Grundprinzipien bedingen und ergänzen einander wechselseitig im polaren Sinn und ermöglichen eine stete Entwicklung im Qigong. 5 Hauptaspekte von JING und SONG - Der chinesische Begriff JING bedeutet, dass bestimmte Bewegungen mit einem bewussten und aufmerksamen Einsatz von Körper / Muskelkraft ausgeführt werden. Die Muskulatur wird durch diesen Krafteinsatz in einen erhöhten Spannungszustand versetzt, ohne allerdings zu verkrampfen. - Der chinesische Begriff SONG bedeutet, dass der unter JING / Krafteinsatz aufgebaute erhöhte Spannungszustand bewusst und aufmerksam wieder gelöst wird, ohne allerdings zu erschlaffen. - JING und SONG sind wie YANG und YIN polare Begriffe. Daher können JING oder SONG nie allein und isoliert sondern immer nur in wechselseitiger Beziehung, d.h. in Relation zueinander betrachtet werden. Alle Aspekte des YIN-YANG-Konzeptes gelten auch für das Konzept JING - SONG. - Bei beiden Begriffen ist es wesentlich, dass die damit verbundenen Handlungen und Bewegungen bewusst und mit einer in die Ausführung der Bewegungen hinein gerichteten Aufmerksamkeit durchgeführt werden. So ist nicht das Ergebnis des Krafteinsatzes von Bedeutung, wie dies z. B. bei sportlichen Aktivitäten der Fall ist, sondern die Aufmerksamkeit liegt ganz in der Entwicklung des Spannungsaufbaus wie auch im Prozess des Lösens der Spannung. - Nicht zuletzt ist auch bei JING-SONG das Einsetzen bzw. das Entstehen von Bildern, die uns durch die gesamte Qigong-Praxis begleiten, von besonderer Bedeutung. An einem Beispiel soll veranschaulicht werden, welche grundlegenden Prozesse sich durch JING - SONG in der Qigong- Praxis entwickeln. Beim schulterbreiten Stehen mit parallel gestellten Füßen sollen die Knie immer leicht gebeugt werden, Becken, Oberkörper und Kopf sollen aufrecht sein bei aufgerichteter Wirbelsäule. In diesem Stand sind die Beinmuskeln etwas angespannt, während Becken und Oberkörper locker und gelöst sind. Bei Anfängern im Qigong kann dieses leichte Beugen der Knie etwas ungewohnt sein und gegebenenfalls zu Schmerzen in den Oberschenkeln und in der Lendenwirbelsäule führen. Nach und nach richtet man sich jedoch körperlich so ein, dass die notwendige Spannung zwar in den Beinen gespürt, aber nicht weiter als störend empfunden wird. Die Lendenwirbelsäule entspannt sich nämlich in dem Sinne, dass übermäßige Anspannungen gelöst, Schonhaltungen und das weit verbreitete Hohlkreuz aufgegeben werden können. So werden auch die anfänglich möglichen Schmerzen vergehen und man steht gelöst mit einer gewissen Spannung aufrecht da und richtet seine Aufmerksamkeit nach innen, nach unten, auf den unteren DANTIAN. Schon hier, im ganz normalen Qigong-Stand, ist somit die Polarität von JING - SONG gegeben. Wird nun das Beugen der Knie nach unten etwas vertieft als bewusste und aufmerksame Übung - bei weiter aufrechtem Oberkörper und Becken - so muss über die Beinmuskulatur auch mehr Kraft aufgewendet werden, um den tieferen Stand zu halten. Dieser vermehrte Krafteinsatz in den Beinen entspricht einem stärkeren JING-Prozess. Gleichzeitig wird aber die Becken- und Rumpfmuskulatur weiter entspannt und gelöst, was einem verstärkten SONG-Prozess entspricht. Durch diese eine Bewegung entwickeln sich JING und SONG gleichzeitig weiter und in Relation zueinander, was wir als einen echten polaren Prozess bezeichnen. Wird das Beugen der Knie wieder zurückgenommen und die Knie fast gestreckt, so entlasten wir die Muskulatur der Beine - ein SONG-Prozess. Gleichzeitig wird sich aber eine Anspannung im Rumpf- und Beckenbereich entwickeln. Auch hierbei haben wir es wieder mit einem polaren Prozess zu tun. Bei den folgenden Ausführungen zu den Prinzipien im Einzelnen muss daher immer der polare Partner im Hintergrund gesehen werden. Das Prinzip SONG Wie bereits erwähnt, wird der SONG-Lösungsprozess deutlich in der Lendenwirbelsäule zu spüren sein, da hier ganz besonders viele Anspannungen und Verspannungen gespeichert sind. Durch Haltungsänderungen treten Lösungen ein, die ganz aktuell Schmerzen lindern können. Es kann aber auch sein, dass diese Lösungen die Ursachen der Verspannungen aufdecken. Ein Erkenntnisprozess setzt ein, der bewirkt, dass neue Verspannungen nicht mehr so leicht eintreten können. Die Hauptwirkung von SONG in diesem Bereich betrifft aber das Zwerchfell und die Bereiche unterhalb und oberhalb des Zwerchfells. Ein gelöstes Zwerchfell senkt sich nach unten, wodurch 1. die Sauerstoffaufnahme verbessert wird. 2. sich Spannungen im gesamten Brustraum lösen mit der Folge, dass das Leber-Qi frei und geschmeidig fließen kann. 3. die Atmung kann sich frei und vertieft entwickeln und kann so das Lungen- und ZHONG-Qi stärken. 4. wird sich der gesamte mittlere 3-fache Erwärmer / 3 E mit Milz und Magen und dem Sonnengeflecht frei entfalten, wodurch diese inneren Organe ihren Platz einnehmen können. Da der mittlere 3 E in der Qi-Transformation eine zentrale Stellung einnimmt, kann das erste Stadium der Umwandlung von fester und flüssiger Nahrung harmonisch ablaufen. (So werden aus der aufgenommenen Nahrung durch Magen, Milz und Gallenblase Extrakte gewonnen, die insbesondere durch die Kraft der Milz in Form von Nahrungs-Qi in den oberen 3 E zu Lunge und Herz geleitet werden). Es wurde dargestellt, wie mit dem LÖSEN Beengungen, Einschränkungen und Blockaden beseitigt werden können. Gleichzeitig fördert das LÖSEN ein SINKEN, ein in die Erde hinein sinken, ein Zurückkommen zur Erde (Magen und Milz gehören zum Element Erde). Dies kann gefühlt und gespürt werden, wenn wir uns beispielsweise vorstellen, dass wir mit nackten Füßen ganz sanft in weiche Erde, in moosigen Boden oder in warmen Sand einsinken…Auf der körperlichen Ebene kann dies ganz intensiv unterstützt werden durch aufmerksames und bewusstes Beugen der Knie und auch durch Niederstellen der Füße / Fersen auf die Erde. Sogar aus dem Kopf-Mundbereich kann dieses SINKEN unterstützt werden durch das berühmte "Zunge an den Gaumen"! Dieses Lösen und Sinken fördert zudem noch das ÖFFNEN, so wie wir es beispielsweise aus der MORGENÜBUNG und auch aus den BA FAN HUAN - Übungen kennen. Dieses Lösen geht aber noch weiter. Wenn wir es als ein Losbinden von und aus einem vormals festgebundenen Zustand begreifen, dann entwickeln sich weiter Bilder des Loslösens von Zwängen, Kontrollen und Konflikten. Diese können uns auferlegt worden sein, es kann sich aber auch um solche handeln, die wir uns selbst verstandesgemäß auferlegt haben. Durch dieses Lösen im weiten Sinn können wir uns so auch freimachen von unterdrückten und verdrängten Emotionen und Gefühlen und kommen in den Zustand der Leere, in einen sehr positiven, die Entwicklung bejahenden Prozess. Durch die Leere bieten wir dem Qifluß in unserem Körper keinen Widerstand mehr und öffnen uns nach innen zu unserem Wesen, zu unserem höheren Selbst. Das Prinzip JING Durch das Wiederaufrichten aus der tieferen Beugung der Knie aus unserem Beispiel entwickelt sich nun als Polarität zu SONG ein JING-Prozess im Becken- und Brustbereich. Durch dieses Aufrichten entsteht ein Bild des Großwerdens, des Wachsens und des Aufrichtens unserer Wirbelsäule, so als würden wir immer höher hinauf wachsen, bis wir den Wolken und dem Himmel nahe kommen. Damit kann man die Vorstellung verbinden, das Qi steige von der Erde auf und durch unseren Körper durch nach oben zum Himmel, so, wie es in vielen Qigong-Übungen praktiziert wird. In erster Linie sind hierbei wieder die BA FAN HUAN GONG / Übungen zur Rückkehr zu nennen, aber auch die Übungen des YUAN MING GONG / Ursprung des Lichts und Große Form sowie das nierenstärkende Gehen / XI XI HE. Dieses durch JING geförderte STEIGEN kann durch weitere Körpertätigkeiten unterstützt werden. Zu nennen ist hier insbesondere die von der Lehrerausbildung der ÖQGG her bekannte Übung "Kinn zur Brust und Aufrichten"/ GO SEI SHEN DING, die das Qi sehr effektiv steigen lässt. Zum Ablauf der Übung: Mit dem Kopf und der Betonung auf dem Kinn wird ein vertikaler Kreis ausgeführt, der mit der Visualisation folgender Meridianpunkte verbunden wird: KG 24 CHENGJIANG (Aufmerksamkeit auf die Kinnspitze), LG 14 DAZHUI (Kinn an die Brust legen, Aufmerksamkeit auf LG 14), LG 20 BAIHUI (Aufmerksamkeit auf LG 20 und dabei die Vorstellung entwickeln, dass wir durch LG 20 nach oben gezogen werden). Das STEIGEN wird weiterhin noch gefördert durch "HUIYIN schließen" und das geschlossene Tigermaul, das die Sonne symbolisiert. Das polare Konzept In allen Übungen jeglicher Qigong-Praxis herrscht das Wechselspiel von JING und SONG, von Anspannung und Lösen der Spannung als polarem Prozess. Es gilt, gelöst, aber mit einer gewissen Muskelspannung zu üben und es gilt, den Wechsel aus Spannung und Lösen ganz bewusst, aufmerksam und unter Einsatz von Vorstellungen und von Bildern zu üben. Das sich aus JING und SONG ergebende STEIGEN und SINKEN und auch das ÖFFNEN und SCHLIESSEN sind die 4 Hauptbewegungen im Qigong. Auch hierbei steht die Polarität an zentraler Stelle. Konkret bedeutet dies, dass in jedem STEIGEN ein SINKEN abläuft und in jedem SINKEN ein STEIGEN. So wie das QI in allen Strukturen, den Meridianen / Leitbahnen oder den Gefässen jederzeit und in allen Richtungen und allen Bereichen "präsent" ist, oder, mit anderen Worten SOWOHL - ALS AUCH nach oben UND nach unten fliesst und natürlich auch vorne und hinten gleichzeitig anzutreffen ist, so finden sich auch JING und SONG nebeneinander, hintereinander und gleichzeitig in unserem Körper, was ausgedrückt werden kann mit: "Qigong gelöst in der Spannung und gespannt im Lösen üben". zurück nach oben | zurück | HOME Mudras Teil 2, von Dr. Gerhard Wenzel Im ersten Teil des Artikels MUDRAS im Periodikum Nr. 14 / 2003 wurde die Grafik unter der Handhaltung MITTAG - MITTERNACHT unübersichtlich und damit missverständlich dargestellt. Die drei folgenden Bilder geben nun eine nachvollziehbare Handhaltung wieder, wobei das erste Bild den Daumen zeigt, wie er auf den Fußpunkt (Grundgelenk) des 4. Fingers gelegt wird. Bei Frauen wird der linke Daumen auf den Fußpunkt des 4. Fingers der rechten Hand gelegt, bei Männern ist die Handhaltung entsprechend umgekehrt, d.h. der rechte Daumen drückt den Fußpunkt des 4. Fingers der linken Hand. Das zweite Bild zeigt die vollständige Handhaltung MITTAG - MITTERNACHT. Nach dem oben dargestellten ersten Schritt folgt nun ein Übereinanderlegen der Hände in der Weise, dass die äußere Hand (bei Frauen die linke, bei Männern die rechte) mit dem Mittelfinger auf den äußeren LAOGONG der innen liegenden Hand drückt und der innere Daumen den Mittelfinger der inneren Hand berührt und so einen Kreis schließt. Das dritte Bild zeigt die vollständige Handhaltung von innen gesehen. 1. BHUMISPARSHA - MUDRA / Erleuchtungsgeste / Mudra der Zeugenanrufung: Die rechte Hand berührt mit den Fingerspitzen den Boden, die linke Hand liegt, zum Himmel schauend, im Schoß, wobei das Tigermaul in beiden Händen sowohl offen (Mond) als auch geschlossen sein kann (Sonne). Sie wird als "Erleuchtungsgeste" deswegen bezeichnet, weil der Legende nach BUDDHA, nach 4-wöchiger Meditation in dieser Haltung unter einem BODDHIBAUM sitzend, erleuchtet "erwachte". Während dieser langen Meditation wurde BUDDHA von MARA, dem "Gott des Bösen", ständig gestört, in dem er ihm zuerst seine wunderschönen Töchter schickte, die den BUDDHA von der Meditation ablenken sollten. Da dies keinen Erfolg hatte, versuchte MARA als nächstes BUDDHA durch das Angebot der "Weltherrschaft" zu verlocken. Als auch dies nichts nützte, versuchte er BUDDHA zu überzeugen, dass im Zustand der Erleuchtung der physische Körper nur mehr hinderlich sei und nur daran hindere, ins NIRVANA einzugehen - daher solle er sich selbst töten. Desgleichen sprach MARA davon, wie mühselig ein irdisches Leben für einen ERWACHTEN sei und dass er seine Erkenntnisse den Menschen sowieso nicht übermitteln könne. Tatsächlich begannen sich Zweifel in BUDDHA zu regen, da er selbst erfahren hatte, wie mühsam der Weg zur höchsten Erkenntnis ist. ("Tief ist die Lehre, schwer zu schauen, fein, nur dem Weisen erlernbar" ). Doch er widerstand auch der letzten der Versuchungen MARAS, da ihn tiefes Erbarmen und Mitgefühl für alles Lebendige erfüllte. So entschloss er sich endgültig, sich der Erlösung aller Wesen zu widmen. Da spielte MARA seine letzte Karte aus, indem er BUDDHA zu überzeugen versuchte, dass er als ein Vertreter des "Jenseitigen" kein Recht habe, den irdischen Boden zur Meditation zu benützen. In diesem Moment rief BUDDHA die Erde als Zeuge an, dass er als menschliches Wesen lebe, indem er mit der rechten Hand die Erde berührte. Dadurch angerufen, stieg die "Gottheit der Erde" aus der Tiefe, um die Aussagen BUDDHAS zu bestätigen und ihm das Recht einzuräumen, auf dieser Erde zu bleiben und seine Lehre zu verkünden. Immer dann, wenn eine der oben (unter 1.und 2.beschriebenen) eingenommenen Positionen nicht genügt, um in die Ruhe zu kommen, empfiehlt es sich für einige Wochen die Position der Bumisparsha - Mudra einzunehmen. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass trotz der Erdberührung der rechten Hand die Wirbelsäule aufrecht bleibt und der Körper nicht nach vorne sinkt. Schon bald wird sich Festigkeit im Sitzen und das Gefühl einstellen, "geerdet" zu sein und die erwünschte Ruhe kommt wie von selbst. Die indisch - tibetische Tradition kennt noch eine Vielzahl von verschiedenen MUDRAS, die aber so spezifisch mit religiös- philosophischen Inhalten verknüpft sind, dass sie hier nicht weiter vorgestellt werden. Die in diesem Artikel gezeigten 3 Handhaltungen für die Meditation, mit ihren Variationen der Fingerhaltung, sind für die regelmäßige Qigong-Praxis völlig ausreichend, und führen mit Sicherheit (bei genügender Ausdauer!) dazu, RUJING / "in die Ruhe eintreten" zu verwirklichen. Dass dieses Ziel in Ihrer Übungspraxis erreicht wird wünscht Ihnen der Autor. zurück nach oben | zurück | HOME Akupressur Teil 2, von Gerhard Luger Knieprobleme mit Fingerdruck lösen Eine Einführung in die Akupressur mit wichtigen Hinweisen, sowie eine Beschreibung der Drucktechnik wurde im Periodikum 1/2000 bereits abgedruckt. Im selben Beitrag wurden auch die Punkte für Rücken- und Nackenprobleme erklärt. Knieprobleme können vielfältige Ursachen haben. Überlastung, Unfall- oder Sportverletzungen bis hin zu sehr schmerzhaften Kristallablagerungen durch falsche Ernährung (Übersäuerung) und auch psychologische Ursachen können Knieprobleme verursachen.Durch meine Erfahrung mit Spitzensportlern und aus der Arbeit mit meinen Qigongschülern, haben sich bei Knieproblemen in der Praxis zwei Akupressurpunkte als besonders effektiv herausgestellt, Magen 41 und Harnblase 57.Ich beginne am Fuß mit Ma 41. Mit der Mittelfingerkuppe (Fingernägel ganz kurz geschnitten) grabe ich mich in das Grübchen hinein und reibe Richtung Schienbein gedrückt, fest auf und ab. Ist dieser Punkt druckempfindlich, so haben wir eine Blockade gefunden, durch weiteres "Pressieren" wird sofort eine wesentliche Verbesserung im Kniebereich erfolgen. Anschließend auch am anderen Fuß genauso vorgehen, also immer beide Füße drücken. Mit dem Daumen akupressiere ich dann noch Blase 57 auf beiden Beinen nacheinander. Dieser Punkt hilft auch sehr gut bei Ischiasschmerzen, Hüftproblemen, Blasen- und Harnstörungen.Einfach ausprobieren! Luger Gerhard Auf der Oberseite des Fußes, genau in der Beuge, zwischen den beiden Sehnen befindet sich Magen 41. Auf der Rückseite des Unterschenkels, am Ende des mittleren Wadenmuskels, genau in der Mitte findet man den Punkt Blase 57. zurück nach oben | zurück | HOME Periodikum 16 Informationsarchitektur Teil 2, von DI Graf Thurn-Valsassina Ein Gebäude kann zur Antenne werden, mit dem Geist kommunizieren, wenn der Schöpfer dieses Gebäudes eine reine Absicht verfolgt. Mit Magie hat das nichts zu tun, er stellt seinen Geist zur Verfügung, um dem Raum der Geistschwingung ein materielles Pendant zur Verfügung zu stellen. Reiner Geist bedeutet, dass keine Machtinteressen verfolgt werden, sondern die Intention vorherrscht, sich in den Gedanken der Quelle einzuklinken. Das wiederum gelingt nur, wenn die Angst aufgehoben ist, und jede Aggression, auch der Wettbewerb, überwunden ist. Nach unserem Wissensstand ist das Instrument, um mit einem Gebäude über Resonanz Schöpfungsimpulse einzufangen, die Geometrie. Hier sprechen wir von einer Geometrie, die den Namen "Heilige Geometrie" trägt. Sie basiert auf harmonikalen Bezügen von Kreisen, Linien, gleichseitigem Dreieck und Quadrat und dem Penta- und Hexagramm. Auf die räumliche Dimension ausgedehnt sind es die platonischen Körper. Diese Geometrie ist nicht sehr komplex, man könnte sie sogar simpel nennen. Die Wahrheit ist immer einfach, heißt es. Sie erschließt sich also erst, wenn all das Beiwerk beseitigt ist und man dann entdeckt, dass die Grundform des Lebens das Tetraeder ist. Das Kohlenstoffmolekül ist z.B. als Tetraeder organisiert, auch Silizium - ohne Kohlenstoff kein Leben und ohne Silizium keine Erde! Um komplexere Gebäude zu entwerfen mit der Absicht, einen hochschwingenden Resonanzkörper zu erzeugen, ist es nötig, möglichst viele Bezüge von geometrischen Elementen einzuplanen. Dabei geht es um Schnitte von raumbildenden und lagefestlegenden Linien und Kurven, bevorzugt Zirkelschläge, die präzise Festlegung von Knoten, die ein Geflecht von nicht sichtbaren Bezügen schaffen. Man kann fast sagen, dass jedes Bauelement von einer virtuellen Geometrie erfasst wird. Es ist nicht mehr der Entwerfer, der seine Präferenzen in den Bau bringt, sondern das Gesetz, das er verwendet, bestimmt die Form des Baues. Diese Architektur ist eine unpersönliche Architektur, frei von Modetrends und Schöpferstolz des Architekten. Sie ist im eigentlichen Sinne auch nicht innovativ, weil sie nach den ewigen Gesetzen der Schöpfung sucht. Sie ist zeitlos. Vom visuellen Erscheinungsbild kann sie natürlich den Zeitgeschmack wiederspiegeln, das ist aber nicht wesentlich. Modern ist sie insofern, als wir Menschen erst jetzt bewusstseinsmäßig so weit sind zu erkennen, dass es ein Ziel sein könnte, Gebäuden auch die Funktion zu geben, Geistqualitäten einzufangen. Da reiner Geist sehr hochschwingend ist, geht es darum, diese Schwingung, die ja reine Information ist, soweit herunter zu transformieren, dass sie über die Intuition auch im Tagbewusstsein landen kann. Wir kennen die Methode des Oktavierens, so kann Ultraschall hörbar gemacht werden. Ähnliches sollte ein resonanzoptimiertes Gebäude leisten können und das ganz ohne Elektronik. Kepler würde sagen, das Gebäude macht die Sphärenklänge hörbar. Natürlich werden Sie nicht mal hörbar, sondern für ein offenes Herz spürbar und das wiederum nur für einen Menschen, der mit diesen Gedankenschwingungen in Resonanz gehen kann. In Wirklichkeit ist aber keiner ausgeschlossen, der "Klang" wird wahrgenommen, durchdringt aber nicht die Schwelle des Bewusstseins. Unsere Zellen werden auf jeden Fall informiert und eines Tages blitzt es im Bewusstsein, sodass die Erkenntnis, Teil des Ganzen zu sein, den Menschen glückhaft durchflutet. Da wir noch kein Projekt der neuen Generation, deren Planungsbasis die heilige Geometrie ist, realisiert haben, müssen wir uns auf Planmutungen verlassen. Die Ergebnisse dieser Mutungen zeigen aber, dass es mit der beschriebenen Methode wirklich gelingt, in die Ebene des reinen Geistes, die kosmische Schöpfungsebene, vorzudringen und mit ihr in Resonanz zu treten. Homöopathisch gesprochen sind diese Gebäude eine Hochpotenz, sie wirken mit Langzeiteffekt, dafür aber umso tiefgreifender. Wer noch nicht in Resonanz ist, wird wenig merken. Kurzfristige Geschäftserfolge können nicht versprochen werden. Diese Architektur ist als Instrument gedacht, ein Hilfsmittel zur Durchbrechung der Beschränktheit des menschlichen Daseins. Den Weg zu diesem Ziel muss aber jeder für sich alleine gehen, es ist seine persönliche Entscheidung, seine Freiheit, das Feld zu nützen. In einem hochschwingenden Umfeld, wie es subtiles Bauen anbieten will, können sich die Zellen leichter gewöhnen und der Prozess der Schwingungserhöhung, der als Durchlichtung beschrieben wird, wird stabilisiert. Subtiles Bauen kann helfen, ein Feld aufzubauen, in dem das Erwachen von Bewusstheit förderliche Bedingungen findet. Ein genau gleiches Feld erfährt man in der Gegenwart von Menschen, die die Durchlässigkeit erreicht haben. Solche "Heilige" gibt es in jeder Generation nur wenige. Architektur, wie resonant sie auch sei, erspart dem Menschen nicht seinen eigenen geistigen Werdegang. Architektur trägt den Geist, ersetzt ihn nicht. zurück nach oben | zurück | HOME |